Reisen mit dem Peugeot 504 (Teil 1)

von Uwe Staufenberg

Hallo Michael,

anbei nun, wie schon lange angekündigt, ein paar Fotoeindrücke von meinen letzten beiden Reisen mit dem 504 nach Frankreich und Spanien.

Mir ist es sehr wichtig, diese tollen Autos nicht nur zu besitzen und zu sammeln, sondern auch etwas damit zu unternehmen. Denn die wirkliche Freude kommt beim Fahren und insbesondere auch dann, wenn andere Menschen die alten Fahrzeuge im Einsatz sehen und sich daran freuen können. Ein 504 ist im französischen Straßenbild schon eine echte Rarität!

So sind wir z.B. unterwegs sehr oft  abgelichtet worden, zum Teil wurden Fotos aus fahrenden Autos heraus geschossen. Wir, das waren ich, meine Freundin Antje, unser Wohnwägelchen Mostard Yvonne, Bj. 1968, sowie in 2006 meine weiße 504 Limousine 1969 und in 2007 mein hellblauer Break 1972.

In Frankreich mit einem solchen „historischen Gespann“ stressfrei über Nebenstrecken von Campingplatz zu Campingplatz zu ziehen ist eine unvergleichlich schöne Art, zu reisen.

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CAMPINGURLAUB FRANKREICH/SPANIEN 2006

Am 11.6.2006 sind wir zu unserer ersten Tour gestartet.

Erklärtes Ziel dieser Reise war es, die Erstbesitzerin meiner weißen 504 Limousine, Bj. 1969, in Mont de Marsan im Départment Landes, im äußersten Südwesten Frankreichs aufzusuchen und kennenzulernen. Die Familie Marsan hatte den 504 1969 beim ortsansässigen Händler Labarthe neu erworben und ihn über 35 Jahre lang wirklich äußerst  penibel und liebevoll gepflegt. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Marie Madeleine Marsan den Wagen dann an einen Peugeot-Fan aus der Region veräußert, von dem ich ihn dann in 2005 übernommen habe.

Auf unserem Weg quer durchs Land war natürlich der erste Pflichtstopp beim Peugeot-Museum in Sochaux. Mein erster Besuch dort; sehr beeindruckend, welche Vielfalt an Produkten unter der Marke Peugeot entstanden ist.

 

In Mont de Marsan wusste ich nicht genau, was mich erwartet, die einzige Information, die ich hatte, war die Adresse von Frau Marsan aus dem aktuellen Telefonbuch.

 

Wir hatten Glück, sie bei unserem ersten Besuch gleich anzutreffen, eine von diversen Krankheiten geschwächte 80 jährige Frau, die sich unglaublich über unseren Besuch freute und sogleich mit Erzählungen über ihre Erlebnisse und Reisen  mit diesem Peugeot zu beeindrucken wusste.

Um die historische Spurensuche zu vervollständigen, suchten wir am nächsten Tag noch die Fa. Labarthe auf,... 

... die heute in sehr großen neuen Betriebsgebäuden noch immer die Marke Peugeot vertritt.

Damit  die lückenlose Servicehistorie des 504 weiterhin dokumentiert wird, gönnten wir unserem Wagen noch die längst überfällige, neue Batterie. Natürlich mit Original-Beleg der Fa. Labarthe.

Weiter ging's zum  mondänen Biarritz an den Atlantik und entlang der Küste nach Spanien, unser neues Ziel: Mungia nördlich von Bilbao. Dort wurden Anfang der sechziger Jahre Goggomobile in Lizenz gebaut, und auch dort war unsere Spurensuche von Erfolg gekrönt: die alten Werksgebäude haben bis heute im original Zustand überlebt.

In zwei Tagesetappen fuhren wir zügig durchs trockene und heiße Landesinnere via Zaragoza zur Costa Brava, um dort einen Bekannten zu besuchen. Die herrlich  kurvige Küstenstraße entlang der Costa Brava bis  zur französischen Grenze und weiter bis zur Höhe von Perpignan ist ein ganz besonderes Erlebnis, insbesondere mit einem Wohnwagengespann.

Ein weiterer absoluter Höhepunkt wurde die Fahrt entlang der Schlucht der Ardèche, sowie natürlich das dortige Umsteigen in ein Kanu für ein paar Stunden.

Auf dem Rückweg, kurz vor Baume-les-Dames, war dann der große Moment gekommen: der Tacho unseres zuverlässigen Tourers  ging von 99999 auf 00000.

Insgesamt haben wir bei dieser zweiwöchigen Reise rund 4.500 Kilometer zurückgelegt.

Die alte 504 Limousine mit der 1,8 Liter Maschine hat sich als ein absolut angenehmer und zuverlässiger Reisebegleiter erwiesen, uns kein einziges Mal im Stich gelassen und kam überraschend gut mit dem ca. 700 kg schweren Wohnwagen zurecht. Lediglich bei sehr lang gezogenen Steigungen und großer Hitze mussten wir verstärkt ein Auge auf die oftmals im Grenzbereich angelangte Temperaturanzeige haben.

Ach ja, der Kurbelmechanismus der Fahrertür-Seitenscheibe hat sich während  der größten Mittagshitze in Spanien verabschiedet – haben wir aber auf provisorischen Scheiben-Handhebetrieb umbauen können, so dass auch weiterhin  ausreichend Frischluftzufuhr sichergestellt war.

 

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