Peugeot 504 GL von Martin Jäger, Saarbrücken

 

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Historie

 

Hallo Michael,

erstmal ein Lob auf Deine tolle Seite. Hab' hier echt schon viel herumgestöbert und allerlei tolle Sachen erfahren :-)

Seit knapp 14 Tagen gehöre ich nun auch zum kleinen Kreise der frankophilen Narren, die dem Blechle des 504 verfallen sind.

Nachdem ich schon seit Jahren einen blauen 504 gesucht habe, so wie mein Opa zwei Stück in den Siebzigern und Achtzigern besaß, bin ich vor kurzem - gar nicht weit weg von mir, im elsässischen Blaesheim bei Straßbourg, - fündig geworden: Eine ozeanblaue (ich glaube, die Farbe heißt so, da ich trotz vielem Suchen auf diversen Links noch keine 100%ige Bestätigung finden konnte) 504 GL Limousine, Erstzulassung im September 1975 und seit November 1977 in der Hand eines Bauern, von dem ich das Fahrzeug nun erworben habe, mit recht wenigen 120.000 km.

Eigentlich wollte ich ja einen "L", weil mein Opa zwei hatte, aber der, welcher aktuell im Netz bei Frankfurt steht, ist wohl schlechter, und den GL hatte ich ja schon angezahlt. So ist das ja immer: Man sucht ewig nach dem passenden Auto; kaum findet man eins, taucht noch einer in der gleichen Farbe auf, und die Farbe ist ja nicht gerade häufig. Aber ich denke, ich bin mit dem GL besser bedient.

Allerdings kam nach anfänglicher Euphorie über die Netzbilder beim Anschauen vor Ort die Ernüchterung: Auch dieser 504 hatte die letzten Jahre nicht ganz unbeschadet und vor allem nicht unverrostet überstanden. Diverse Dellen und Kratzer, eine nicht ganz fachmännische Komplettlackierung sowie die typischen Roststellen am Kofferraumboden, den Türboden und im Fußraum sind auch ihm zuteil geworden. Das typische Laissez-Faire-Prinzip der Franzosen eben.

Trotzdem! Mein verliebter Blick fürs Auto ließ wohl das Herz des Bauernsohnes, der im Auftrag des alten Herren verkaufte, erweichen, und er kam mir mit dem Preis um ein Drittel Nachlass entgegen. Da konnte ich einfach nicht nein sagen *grins*.

Also wurde ein Vertrag gemacht, und eine Woche später ging’s noch mal ins Elsass, um das gute Stück bei herrlichstem Wetter auf eigener Achse nach Saarbrücken zu überführen. Das Wägle fuhr echt wacker, ohne Zucken und Murren und schnurrt seither wie ein Kätzchen. Vor allem die Gesichter der Leute waren toll; viel Lächeln, Winken, Daumen nach oben und staunende Blicke haben echt Spaß gemacht :-)

Allerdings gab’s noch eine böse Überraschung am darauf folgenden Tag, als es die Bestandsaufnahme zu Hause gab. Unterwegs schon war die Beifahrerscheibe schräg in die Tür gerutscht; die Kurbel verweigerte ihren Dienst, und die Scheibe blieb erstmal in der Tür :-(

Zu Hause gut verstaut in der Garage, ging’s dann am nächsten Tag zur Schadensbeseitigung. Zwar war - wie schon gedacht - die Scheibe aus der Schiene gerutscht, aber als ich sah warum... hui hui, die Schiene war total vergammelt! Daher wohl auch das elende Wegfaulen der Türböden bei so vielen 504ern, denn der bröslige Rost gammelt schön in der Türe vor sich hin. Leider hatte ich bis dato nichts von diesem „Scheibenmanko“ gelesen und auch deshalb beim Kauf nicht drauf geachtet :-(

Na ja, nachdem die Schiene wieder an ihrem Platz war und die Scheibe ebenfalls, der Rost aus dem Türboden gesaugt, sah's gar nicht so übel aus; dank Hohlraumversiegelung, Türboden o.k. Schlimm wurde es dann erst an der rechten Hintertür, da ging weder Kurbel noch Scheibe; also auch hier noch mal alles auf und da sah's noch schlimmer aus: Das Fenster hing eingeklemmt zwischen dem Scherenhebergestänge, und die Fensteraufnahme lag zweigeteilt und total weggegammelt auf dem Türboden, deshalb sieht die Tür wohl auch am schlimmsten von allen aus. Ich hoffe, sie ist noch zu retten, denn hier ist der Boden schon angegammelt, in der Ecke durch und außen an der Unterkante Blasen. Ich hab' dem Bodenrost erstmal mit Öl Einhalt geboten.

Die linken Türen hab ich noch nicht aufgemacht, aber ich denke, hier sieht’s genauso aus, wie auf der Beifahrerseite. Ich hoffe bloß, es gibt noch Ersatz, denn die Notreparatur mit zwei Schlauchstücken ist ja keine Dauerlösung, auch wenn die nicht rosten und der Hebe-und Senkmechanismus funktioniert ;-)

Nun denn, der Rest geht so: Ein paar kleine Löcher im Fußraum zum Schweller auf der Fahrerseite, im Kofferraum und etwas Rost im Radkasten hinten links. Ansonsten verweigert die Hupe gelegentlich ihren Dienst, und die Uhr tickt zwar, aber will sich einfach nicht bewegen. In nächster Zeit wird mir also nicht langweilig *lach*

Jetzt versuche ich, nächste Woche noch den Tüvsegen mit H-Abnahme zu bekommen, damit es dann am 12.05. nach Güdingen zum Treffen gehen kann. Ein tolles Kennzeichen hab' ich schon; wie so oft in der Werbung abgebildet: SB-PE 504 :-))))))))))

Jedenfalls freue ich mich schon total darauf, diesen Sommer mit meinem Jean-Paul (so hab ich ihn getauft, weil der Bauer so heißt und passt ja irgendwie zum „Pescho en bleu“) zu fahren ;-)

Ich würde mich freuen, hier auf Deine Seite aufgenommen zu werden: Anbei schicke ich Dir auch ein paar Bilder mit.

Und vielleicht weißt du ja auch, wer noch ein originales weißes Blinkerglas rechts sowie ein Bakelitlenkrad im Fundus hat und wo man die Schienenaufnahmen für die Seitenscheiben noch herbekommt. Denke mal, das ist ja ein Problem, das viele 504 haben.

Liebe Grüße aus dem Saarland nach Nordrhein-Westfalen

Martin

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